|
Betrachten
wir uns das deutsche Musikleben, so müssen
wir einsehen, daß es nichts Besonderes
hervorbringt.
Woran krankt es?
An der staatlichen Institutionalisierung.
Es
ist das gleiche Phänomen wie wir es beim
Kommunismus beobachtet haben: die öffentliche
Hand ergriff die Zügel von Wirtschaft und
Kunst und was kam heraus? Nichts.
In
der Kunst fiel es nur nicht so auf. Aber in
der Wirtschaft trat die staatliche Einflußnahme
unbestechlich in den Bilanzen zutage: die kommunistischen
Länder waren bankrott.
Der Staat mit seiner Funktionärs- und Cliquenwirtschaft
kann nur eine mittelmäßige Leistung
erbringen, und in der Wirtschaft fällt
dies am schnellsten auf.
Den
gleichen Fall haben wir aber auch im deutschen
klassischen Musikleben vor uns: Alle strategisch
wichtigen Stellen sind mit staatlichen Institutionen
besetzt, die dort beschäftigten Personen
werden vom Staat bezahlt, und so bestimmt schließlich
der Staat über jene skurrilen Prüfungsordnungen
und -maßstäbe, was klassische Musik
ist bzw. zu sein hat.
Ein
Haufen Eunuchen kann kein Kind zeugen, das weiß
jeder sollte man meinen. Und ein normaler
Mann kann sehr viele Kinder zeugen.
Daß
das gleiche aber auch genausogut in der Kunst
gilt und besonders: in der Musik daß
das Mittelmäßige, das Gewöhnliche
nicht das Außergewöhnliche hervorbringen
kann , das will von den staatlich finanzierten
Musikexperten, wohl aufgrund ihrer eigenen Bezahlung,
keiner wahrhaben.
Die
vom Staat eingerichteten Musikinstitutionen,
seien es Bildungseinrichtungen oder irgendwelche
vermeintliche Fördereinrichtungen, beruhen
in ihrer Funktion geradezu auf dem künstlerisch
Mittelmäßigen. Kein wirklich inspirierter
Künstler sei er Komponist oder auch
Interpret würde sich dazu verkaufen,
je ein beim Staat angestellter Professor zu
werden.
Und
ein wirklich begabter Künstler würde
sich nie einbilden, irgendeinen Schüler
künstlerisch irgend etwas lehren zu können.
Die Existenz des künstlerischen Lehramtes
offenbart mir die gleiche Vermessenheit, mit
der manche Technokraten durch irgendwelche Patente
und Produkte der Natur unter die Arme greifen
zu müssen glauben.
Künstlerisches
Talent ist einzig und allein eine Sache der
Natur bzw. des Schöpfers so wie
das Schaffen großer Kunstwerke nur mit
Hilfe der Natur möglich ist und nur unter
direkter Anleitung des Schöpfers.
Die
Idee des künstlerischen Lehrfachs in der
Musik erscheint mir wie reiner Hohn gegenüber
der Natur und ihrem Schöpfer und hat den
gleichen Wert wie in der Religion der Atheismus.
Weil
das Mittelmäßige diese schlichte
Wahrheit nicht kennt oder ignoriert, deswegen
wirkt es mit bei der staatlichen Etablierung
von Institutionen, die mit institutioneller
staatlicher Gewalt das Feld der Kunst an sich
reißen, dort ihre mittelmäßigen
Maßstäbe etablieren, und dann aus
voller eigener begrenzter Überzeugung das
Außergewöhnliche in der Kunst bzw.
den von der Natur in der Kunst vorgesehenen
Künstler professionell verhindern.
Aus
diesem Grunde scheint es mir im Interesse der
Musik sinnvoll, alle staatlichen Musikinstitutionen
zu schließen oder sie für den normalen
Markt freizugeben wo nur der Tüchtigere
ohne alle staatliche Reglementierung überlebt.
Und das ganze Mittelmäßige, welches
bisher mit Hilfe öffentlicher Gelder als
eine Art Diktatur des Mittelmäßigen
sich anmaßte, öffentlich den Ton
anzugeben, kann in jene künstlerische Bedeutungslosigkeit
zurücksinken, von wo es über staatlichen
Einfluß und politische Beziehungen ins
öffentliche Musikleben hochgekrochen ist.
Öffentliche
Förderungsmaßnahmen unter staatlicher
Leitung sind sicherlich bei geistig und körperlich
Behinderten eine sinnvolle Entscheidung
beim Musikbegabten erweisen sie sich in bezug
auf die Begabung aber als geradezu zersetzend.
Wieviel
Arroganz liegt jenem System zugrunde, wo die
mittelmäßige Begabung sich anmaßt,
den überdurchschnittlich Begabten fördern
zu können oder zu wollen.
Staatliche Einrichtungen und die dort angestellten
Menschen, die vorgeben, Musikbegabte zu fördern,
können allenfalls mittelmäßig
Begabte mit dem Mäntelchen zwielichter
Anerkennung zu Abhängigen machen.
Das
gilt bis in jene Gremien und Ausschüsse
bei den Musikwettbewerben hinein.
Sie alle produzieren nur das Ideal ihrer eigenen
Mittelmäßigkeit auch wenn
sie sich noch als Alibi hier und da einen anerkannten
Künstler gegen gutes Honorar dazuangeln.
Alle
diese von der öffentlichen Hand finanzierten
und abhängigen Einrichtungen schaden dem
natürlichen Musikleben, denn sie verhindern
den Fluß natürlicher Kreativität
im Musikleben.
Sie dienen nur dem Ehrgeiz sowie dem Geldbeutel
verblendeter Musikfachleute, welche von der
höheren Inspiration des Künstlers,
von der Macht der Natur und von dem Wirken des
Schöpfers keinen blassen Schimmer haben.
Diese Würdenträger des gegenwärtigen
deutschen Musiklebens sind die arroganten Atheisten
im Musikleben.
In
der heutigen Zeit großer individueller,
sozialer und ökologischer Krisen ist es
für uns alle wichtig und sinnvoll, daß
wir uns überall auf das Natürliche
besinnen, uns in unserem Denken und Handeln
von unnatürlichen Gewohnheiten verabschieden
und die Naturgesetze achten und respektieren.
Dies gilt besonders auch für das Musikleben.
Die
Wohlanständigkeit muß insofern auch
in der Praxis der klassischen Musik unter dem
Gesichtspunkt der Natürlichkeit neu definiert
werden.
Zur Zeit Hitlers waren die Nazis die offiziell
Angesehensten unter staatlicher Oberhoheit,
zur Zeit Stalins waren es die Kommunisten
unter staatlicher Oberhoheit usw. usw.
Es
ist also nicht die staatliche Institution, welche
in der Kunst und besonders in der Musik als
der Maßstab aller Dinge angesehen werden
kann. Und ich bin froh, heute in unserer Zeit
der allgemeinen demokratischen Bemühungen
so etwas ohne Gefahr aussprechen zu können.
Immer größere Strömungen im
Volksbewußtsein bemühen sich heute
darum, der Macht der Natur über der Macht
des Staates einen höheren Rang einzuräumen
und das staatliche Gefüge irgendwie in
das Gefüge der Natur zu integrieren.
Warum
soll das deshalb nicht auch der richtige Zeitpunkt
sein, das Entsprechende mit dem deutschen Musikleben
zu tun und auch hier der Natur offiziell die
höhere Autorität einzuräumen
denn nur sie erbringt ja ohnehin auch
in der Musik die Leistung, indem sie den Künstler
mit der Begabung versieht.
Das
gegenwärtige offizielle, über staatliche
Institutionen und staatliche Gelder reglementierte
öffentliche Musikleben täuscht die
Eltern des Musikbegabten in einer für den
Musikbegabten sehr gefährlichen Weise:
sie gibt vor, ihn in seiner Begabung fördern
zu können und ihm die Kanäle für
die spätere Berufsausübung zu öffnen.
Aber
insoweit als dieses Vortäuschen nicht Dummheit
ist, ist es Betrug. Denn die ganzen staatlichen
Ausbildungs- und Förderungsmaßnahmen
konzentrieren sich nur darauf, das ideale Mittelmäßige
zu erzeugen oder das Außergewöhnliche
mit staatlicher Hoheit, mit Ämtern und
staatlicher Würde auf das Mittelmäßige
zurück zu führen.
Nur
dazu dienen in der Kunst überhaupt Titel,
Ämter, Würdenträger: um die Allgemeinheit
über das Mittelmäßige hinweg
zu täuschen und das Außergewöhnliche
auf das Gewöhnliche zu reduzieren oder
deutlicher: auf das Ordinäre zu beschränken.
Ich
kann den Steuerzahlern bzw. den für die
Staatsfinanzen Verantwortlichen im Interesse
der wahren Werte der Musik und im Interesse
der Zukunft der Musik nur dringend raten, alle
öffentlichen Einrichtungen des Musiklebens
zu privatisieren, also nicht weiter
zu finanzieren, sondern dem öffentlichen
Wettbewerb auszuliefern, wie dies z. B. auch
mit den ehemaligen staatlichen Betrieben der
bankrotten DDR geschehen ist.
Es
müßte so etwas geschaffen werden
wie jene Treuhandgesellschaft, das die staatlichen
Einrichtungen oder vom Staate finanzierten Organisationen
des Musiklebens genauso abwickelt
und privatisiert wie das mit den
Staatsbetrieben der DDR geschehen ist, die unter
kommunistischer Leitung nicht funktioniert hatten
und bei denen der aufgeklärte Wirtschaftsfachmann
wußte, daß sie auch unter westlicher
staatlicher Leitung genausowenig funktionieren
würden.
Das
Entsprechende gilt für jene Kuratorien,
Ausschüsse und Räte des deutschen
Musiklebens, soweit sie sich aus dem Staatshaushalt
finanzieren.
Was interessiert das monatliche Einkommen einzelner
Kuratoriumsmitglieder oder Professoren
die es ohnehin auf andere Weise sehr viel rechtschaffener
verdienen könnten , wenn es um das
ethische Anliegen und den wahren Wert der Musik
geht.
Ich
bin wohl heute der einzige im deutschen Musikleben,
der so seine Stimme erheben kann. Und ich bin
darauf keineswegs stolz, sondern ich bin darüber
betrübt, daß nicht mehr wie ich durchgekommen,
sondern irgendwo in staatlichen Maßnahmen
steckengeblieben sind und dort als Professoren
oder Würdenträger ihre Begabung und
Kreativität aushauchen.
Der
deutsche Staat verschleudert über fragwürdige
Organisationen zur angeblichen Musikförderung
jährlich Milliarden.
Sicherlich bleiben dabei hohe Summen bei den
Musikfunktionären und irgendwelchen Wirtschaftsunternehmen
aus dem Felde der Musik hängen was
mir aber noch als der harmlosere Teil dieser
makabren Inszenierung erscheint.
Der
eigentliche Schaden wird dann jedoch von diesen
Musikfunktionären mit dem Restgeld dort
angerichtet, wo ihre vor Inkompetenz strotzenden
Musikmaßnahmen die Begabten zu Behinderten
machen und die natürliche musikalische
Kreativität zersetzen.
In
einer Zeit, in der in Deutschland ökologische
Mißstände immer mehr erforscht, aufgezeigt,
öffentlich angeprangert und beseitigt werden,
wo politische Korruption aufgedeckt, öffentlich
angeprangert, verfolgt und beseitigt wird, sollten
auch im deutschen Musikleben die entsprechenden
Mißstände von den wirklichen Musikliebhabern
aktiv angegangen werden.
|